Schiller spielt Shakespeare – Premiere am 20.5.

Der Sturm – das neue Stück der Theater-AG des Schiller-Gymnasiums

Die Theater-AG des Schiller-Gymnasiums spielt erstmalig ein Stück des großen Elisabethaners William Shakespeare. “Der Sturm” (“The Tempest”) stammt aus seiner Spätphase, ist eines seiner letzten Werke.

Die (etwas modifizierte) Handlung: Der Zauberer Prospero wurde durch seinen Bruder Antonio von Mailands Thron gestoßen und auf eine einsame Insel verbannt. Nach über einem Jahrzehnt eröffnet sich ihm die Möglichkeit zur Rache an seinem verräterischen Bruder und dessen Komplizen, König Alonso von Neapel, als deren Flugzeug die Insel Prosperos überquert.

Jetzt glaubt er seine Stunde gekommen und unbändiger Zorn bemächtigt sich seiner. Die eingeborenen Inselwesen benutzt er als Zauberwerkzeuge seines Vergeltungsplans.

Diese müssen sich fügen, da Prospero die technische Überlegenheit und somit die Zwangsmittel besitzt, sie gefügig zu machen. So muss der Luftgeist Ariel in seinem Dienst, bewehrt mit einer zerstörerischen Flüssigkeit, das Flugzeug der Widersacher Prosperos angreifen. Das Flugzeug stürzt sozusagen sanft ab: Alle Insassen überleben irgendwie, weil der behende Luftgeist die Katastrophe lenkt.

Der Racheplan kann beginnen: Auf verschiedenste Weise lässt Shakespeare, Verzeihung, Prospero die Inselbewohner, die europäischen Adeligen, deren Diener und sogar seine Tochter auf seiner Inselbühne zusammentreffen bzw. zusammenkrachen: In einem für Shakespeare typischen Wechsel der Szenen und Stimmungen entsteht eine Mischung aus Hass, Liebe, Trunkenheit, Demütigung, Vergeltung, Vergebung etc. Der Inselzauberer behält dabei stets mehr oder weniger die Kontrolle. Wenn er sich nur selbst in den Griff bekommen könnte.

Als Shakespeare sein Stück schrieb, war das koloniale Weltreich der Briten erst im Entstehen begriffen. Die in dieser Zeit gängige eurozentristische Perspektive überschritt der Autor jedoch und machte seine Eingeborenen, die Zauberwesen der Insel, äußerst hellsichtig zu Opfern einer vermeintlich überlegenen, europäisch-westlichen Kultur. Für den großen englischen Dramatiker beginnt hier die Geschichte einer Demütigung.

Wo sind heute die Ausläufer eines absoluten Willens zur Vergeltung und die Spätformen kolonialer Demütigung zu finden, wenn nicht in Abu Ghraib und Guantanamo?!

Die Theater-AG versucht in ihrer Inszenierung diesen Ausläufern eines Sturmes nachzuspüren.

Aufführungstermine:

  • Donnerstag, 20.05.2010
  • Freitag, 21.05.2010
  • Mittwoch, 26.05.2010
  • Freitag, 28.05.2010

Einlass ist jeweils um 19, Beginn um 19.30 Uhr.

Aula des Schiller-Gymnasium Witten
Breddestr. 8, 58452 Witten

Eintrittskarten kosten 3,00 Euro im Vorverkauf bzw. 4,00 Euro an der Abendkasse.

Regie: Stefan Braun und Sophia Godau


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Veröffentlicht von je am Montag, 17. Mai 2010, um 14:40 Uhr.
Kategorien: Ausgehen, Termine
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